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Medien und Marketing

Donnerstag, 9. Juli 2009

Bericht: Media Budget Stuttgart 2009

Die Wirtschaftskrise zieht weiter ihre Kreise. Ein gutes Beispiel dafür: die diesjährige Fachmesse für Marketing Media Budget in Stuttgart. Zunächst lockten die Veranstalter mit einem Eintrittsrabatt von 15(!!) Euro für eine Vorabregistrierung mit Angabe der Adresse im Internet. Den Normalpreis von 25 Euro wäre die Veranstaltung auch nicht wirklich wert gewesen. In einer der kleineren Hallen der Neuen Messe Stuttgart hatten sich ein paar Marketing- und Werbedienstleister postiert. Manche verteilten zwar großzügig Goodies und versuchten, ihre Dienste oder Fachzeitschriften an den Mann zu bringen - der Großteil aber stand gelangweilt am eigenen Stand und beobachtete die Handvoll Besucher. Zwischen den zumeist business-mäßig gekleideten Gewerbetreibenden trieben sich auch eine Handvoll Studenten in Shirt und Jeans umher - irritiert über das Minimalangebot.

Der nächste Tiefschlag folgte bei den sogenannten Vorträgen, die zumeist in Eigenwerbung im großen Stil ausarteten. Insbesondere der Referent der Fa. PublicBox, der eigentlich über erfolgreiche Werbung sprechen sollte, nutzte seine Redezeit nur für eine komplette Vorstellung der Firmenidee. Immerhin wies er zu Beginn auf "etwas" Eigenwerbung hin.

Wenigstens entschädigte das ausgelegte Informationsmaterial und die kostenlosen Fachzeitungen und -zeitschriften etwas für die enttäuschten Erwartungen. So habe ich nun wenigstens was zu lesen für die nächsten Tage - und die Frage am Hals, ob sich der Besuch der Messe nächstes Jahr überhaupt noch lohnt. Zumal sich auch das Catering mit Preisen von 3,40 € für ein belegtes Brötchen und 3,30 € für einen Becher Kaffee nicht wirklich an die Zeiten der Krise angepasst hat.

Donnerstag, 20. November 2008

Onlinespiele als Kundenbindungsinstrument

Um aus den Millionen verschiedener Internetseiten herauszustechen, muss man seinen Besuchern etwas bieten, das sie dazu veranlasst, immer wieder zu kommen. Eine weitverbreitete Variante sind Newssysteme, die den Gästen regelmäßig Neuigkeiten und damit veränderte Inhalte bieten, was den Rezeptor Neugier vieler Menschen anspricht. Der Anspruch, immer auf dem Neuesten zu bleiben und zu wissen, was los ist sorgt dafür.

Eine andere Möglichkeit sind kleine Onlinespiele. Aus eigener Erfahrung habe ich gelernt, dass sich diese in der Welt der Internetnutzer einer konstant hohen Beliebtheit erfreuen. Bereits im Jahr 2003 testete ich dies und baute auf fleckyhome.de ein kleines Spaceshooter-Spiel auf Java-Basis ein - mit dem Effekt, dass Freunde und Bekannte, sowie auch neue Gäste öfters wiederkamen, um dieses zu spielen. Eine Highscoreliste verstärkte den Anreiz ("andere können sehen, wie gut ich bin...").

Einen Schritt weiter ging nun das Webangebot der Zeitschrift NEON, einem Ableger des Stern. Ihre technisch und gestalterisch doch etwas nicht ganz gelungene Präsenz erweiterten die Onlineredakteure zuletzt um das Spiel "Auszeit". Bei dieser Mischung aus Denk- und Strategiespiel kann man gegen andere Nutzer der Seite spielen und sich in der Rangliste weiter nach oben arbeiten. Per e-Mail wird man regelmäßig über neue Spielherausforderungen benachrichtigt und damit immer wieder auf die Seite gelockt. Seit der Einführung von "Auszeit" stieg die Nutzerzahl von Neon Online deutlich an.

Genau dies könnte interessant für Webanbieter sein - oder auch für Werbekunden dieser. Auch Besucher, die über Onlinespiele auf die Page gelockt werden, können Werbeclicks generieren. Wichtig ist allerdings, dass nicht nur blind kopiert wird, oder billige 08/15-Spiele angeboten werden. Ein schlichtes Tetris wird wohl kaum jemand mehr vom Hocker reißen. Vielmehr gilt es, kreativ zu sein... und oft findet man auch eine Möglichkeit, sein Unternehmen mit Logos oder einer Botschaft in das Game einzubauen, welches der Kunde dann quasi "spielend wahrnimmt".

Samstag, 8. November 2008

Zum Thema 'SaaS'

Ausgehend von einer Diskussion, die ich kürzlich im Büro mit einem Kollegen führen durfte, hier mal ein paar Gedanken zum Modell SaaS (Software as a Service):

Das Grundprinzip ist das folgende: Die Software liegt nicht mehr auf der lokalen Festplatte, sondern wird zentral auf dem Rechner/Server des Anbieters gehostet. Der Endbenutzer sorgt dann nur noch für einen Onlinezugang zum Server und eine Nutzungslizenz. Davon versprechen sich viele eine wartungsfreiere Anwendung, da der Anbieter die Software zentral updaten und pflegen kann. Im Grunde kein schlechter Ansatz, da kosten- und zeitintensive Kundenbesuche wegfallen. Eine eigene IT-Abteilung im Unternehmen, die das Programm betreut, kann so auch oft eingespart werden.

Aber: Man verlässt sich wieder einmal auf viele Unsicherheitsfaktoren... angefangen bei der Datenleitung / Onlineverbindung. Wenn diese gekappt ist, kann man möglicherweise nicht mehr auf seine Daten zugreifen, im schlimmsten Fall ist der komplette Geschäftsbetrieb bis zur Behebung lahmgelegt. Ähnliches gilt in noch schlimmerem Ausmaß für einen großflächtigen Serverausfall beim Hoster. Hier können dann gleich alle bis mehrere Kunden gleichzeitig betroffen sein.

Nicht zu vergessen und gerade in der Diskussion: die Datensicherheit. Wer z.B. eine Kundendatenverwaltung oder ähnliches auf SaaS-Basis nutzt, muss sich im Klaren darüber sein, dass der Anbieter mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Zugriff auf die unternehmens- und kundenbezogenen Daten hat. Ein sehr hohes Maß an Vertrauen ist da vorausgesetzt - doch können wir das nach den jüngsten Vorfällen überhaupt noch haben?

Und schlußendlich kann eine Stärke auch zur Schwäche werden: Hat das Unternehmen bereits eine EDV-Abteilung kann diese bei auftretenden Fehlern nicht mehr versuchen, diese selbst zu beheben, es muss immer der Anbieter eingeschaltet werden - zumeist mit entsprechender Wartezeit.

Und was machen die Privatkunden? Für die sieht das natürlich ganz anders aus? Die freuen sich, dass sie sich um nichts mehr kümmern müssen - und dass ihre knapp bemessene Festplatte im heimischen PC nicht mehr mit Unmengen an Programmdaten belastet ist. Probleme könnte außer den persönlichen Daten nur der generierte Traffic machen, sofern keine Flatrate vorhanden ist.

Mein persönliches Fazit: Solange noch keine Methoden zur garantiert sicheren Datenübertragung vorhanden ist, auch mit dem Schutz, dass der Anbieter keinen Zugang dazu hat, sollte auf SaaS wenn möglich verzichtet werden. Gleiches gilt, wenn der Zugang zum Server nicht gewährleistet werden kann.
Den größten Anwenungsbereich von SaaS sehe ich derzeit noch im unempflindlichen Privatkundenbereich, hier kann das ganze auch noch ausreichend getestet und weiterentwickelt werden, bis es Marktreife für Businesskunden erreicht hat.

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