Freitag, 23. Oktober 2009

Zum Thema Webdomains...

Seit heute gestattet die Denic auch URL's mit weniger als drei Buchstaben vor dem .de, ebenfalls solche, die nur aus Zahlen bestehen. Die Regelung, welche dies bisher ausschloß, bestand seit 1993 und wurde mit technischen Problemen begründet. Einzig die Deutsche Bahn und drei weitere Unternehmen besaßen 2-Zeichen-URL's, da diese bereits vor 1993 registriert wurden.

Dies jedoch nur am Rande, denn der WDR veröffentlicht in einem Bericht zu dem Thema folgende Passage:

Um sich eine bestimmte Domain zu sichern, müssen sich Interessenten sputen. Denn wer sich beim Denic seine Wunschadresse als Erster reservieren lässt, bekommt sie auch. Allerdings nur, wenn die Regeln des Markenrechts gewahrt bleiben. Wer sich zum Beispiel die Adresse bp.de sichert, wird sie wohl wieder abgeben müssen: an den gleichnamigen Energiekonzern.

Hier zeigt sich wieder einmal der große Schwachpunkt des deutschen Internet- und Markenrechts. Wie schon vor Jahren beim Shell-Prozess, werden Großfirmen und Markeninhaber immer noch bevorzugt. Nehmen wir einmal an, es gäbe einen Menschen namens Bernd Paul, der sich seine Initialen BP als Webseiten-Adresse registrieren ließe... dieser müsste die Domain auf Antrag des Erdölkonzerns unverzüglich an diesen abgeben - und würde im Regelfall sogar noch auf Schadensersatz verklagt! Dabei besitzen große Unternehmen wie dieses i.d.R. eigene Marketing- und Kommunikationsabteilungen, deren Aufgabe es sein sollte, Domains für das Unternehmen rechtzeitig zu reservieren. Jedes Unternehmen, das dies heute verpennt, ist meiner Ansicht nach selbst schuld und sollte keinerlei Recht haben, diese Domain einzuklagen! Schon gar nicht, wenn ein direkter Bezug zwischen URL und Erstbesitzer herzustellen ist. Bei jedem anderen gilt, wer zuerst registriert, erhält die Domain. Bei dieser Regelung sollte es auch für Firmen - trotz Lobby - keine Ausnahme geben.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Wumms für die Tanzflächen: Das Debüt-Album von Dash Berlin

Mit den ersten Singles "Till The Sky Falls Down" und "Man On The Run" haben Dash Berlin schon für kräftig Bewegung auf den Dancefloors der Clubs gesorgt. Für das erste Album ließ sich das Projekt, das aus Alice Deejay hervorgegangen ist, lange Zeit. Doch das Ergebnis lässt sich sehen. Herausgekommen ist eine fast durchgängig tanzbare Scheibe, die ganz im Stil der Singles mit kräftigen Beats und flächigen Melodien besticht. Unterstützen ließen sich die Niederländer dabei von einer Reihe diverser Sängerinnen, die trancetaugliche Vocals beisteuerten.

Ausreißer gibt es nur wenige... hier und da mal Gesang, der nicht wirklich mit dem Beat harmoniert oder Experimente mit zu harten Drums. Dies beschränkt sich allerdings zum Glück auf zwei oder drei Titel - der Rest ist Trance vom Allerfeinsten... und ein Muss für jeden Fan!


Dash Berlin

Künstler: Dash Berlin
Titel: The New Daylight
VÖ: 07.10.2009
Label: Armada
Anspieltipp: "Wired"

Mittwoch, 23. September 2009

Ein Yeah für den fairen Wahlkampf.

Flashmobs findet man selten in den seriösen Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Fernsehkanäle. Doch die neueste Version dieses Phänomens hat es tatsächlich dorthin geschafft. Plötzlich werden Wahlkampfauftritte der Kanzlerin Angela Merkel von wiederholenden "Yeah!'s" begleitet, nach beinahe jedem ihrer Sätze. Auffällig ist die hohe Beteiligung von Mitgliedern der Piratenpartei - in der ich selbst auch bin. Nun gab es vor wenigen Wochen den Vorfall, dass unionsnahe Organisationen im Wahlkampf gezielt Piratenplakate überklebten - und die Wellen schlugen hoch. Man sprach von gezielten Angriffen gegen die Piraten, was ja durchaus auch gerechtfertigt war. Allerdings stellen sich Teile jener Bewegung nun auf Veranstaltungen der CDU und stören diese ihrerseits massiv. Ist das denn fairer Wahlkampf? Spontane Äußerung des Unmuts oder der Zustimmung sind bei Kundgebungen ja durchaus Usus - provokante Aktionen wie diese jedoch nicht. Ich sehe diese Yeah-Flashmob-Aktion als eher kontraproduktiv für den bisher doch sehr einfallsreichen Wahlkampf der Piraten. Erstens fallen wir dadurch potentiellen Wählern als notorische Störer ins Auge und zweitens wirken wir keineswegs mehr glaubwürdig, wenn wir einen gleichberechtigten Wahlkampf fordern - in dem man auch uns zuhört. Und Banner bzw. Fahnen schwenken erzeugt auch Aufmerksamkeit... mit weniger Krach.

Sonntag, 30. August 2009

Hanns-Martin-Schleyer-Halle?

Große Aufschreie gehen durch die ganze Bundesrepublik, wenn sich - oft unbeabsichtigt - irgendwelche Memorabilien aus dem Dritten Reich in unsere heutige Zeit schleichen (s. a. "Jedem das Seine?"). Doch bereits seit 1983 steht mitten in der Landeshauptstadt Stuttgart ein Bauwerk, das einem ehemaligen NS-Funktionär huldigt: die Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Klar, Herr Schleyer wurde im sogenannten Deutschen Herbst von der RAF entführt und ermordet - dennoch war er während des Dritten Reichs ein entschiedener Verfechter nationalsozialistischer Ideologien. So warf er im Jahr 1935 seiner Studentenverbindung "mangelndes nationalsozialistisches Verhalten" vor, als diese sich weigerte, Juden auszuschließen. Bereits 1931 trat er in die Hitlerjugend ein, zwei Jahre später wurde er Mitglied der SS. Später engagierte er sich auch in der Partei selbst, sowie in der NS-Studentenbewegung. Von einem Mitläufer kann man hier sicher nicht sprechen, auch wenn er nach dem Krieg (nach Protest seinerseits) als solcher eingestuft wurde. Immerhin fiels in seinen Zuständigkeitsbereich auch die "Arisierung" der tschechischen Wirtschaft und die Beschaffung von Zwangsarbeitern.
Und später schafft es ein Mann mit solcher Vergangenheit, die er nie wirklich bereute, bis zum Arbeitgeberpräsident in einem demokratischen Deutschland. Ich heiße seine Ermordung durch linksextreme Terroristen sicher nicht für gut... aber genausowenig seine Hochstilisierung zum Märtyrer der BRD im Deutschen Herbst. Mit einer Selbstverständlichkeit wurde Anfang der 80er Jahre die neue Veranstaltungshalle in Stuttgart - Bad Cannstatt nach ihm benannt - ohne seine dunkle Seite der Vergangenheit zu berücksichtigen - und niemand schrie auf. Bis heute nicht.

Mittwoch, 26. August 2009

Maultaschen-Mahlzeit: Der "Bürger-Meister"

Wer gerne schwäbische Maultaschen isst, kennt die Firma Bürger, nach eigenen Angaben deutschlandweit der größte Hersteller der süddeutschen Spezialitäten. Seit einiger Zeit nun gibt es in der Stuttgarter Innenstadt den "Bürger-Meister", eine kleine Art Bar, in der man Maultaschengerichte zum sofort essen erhält. Als Maultaschenliebhaber musste ich dies natürlich ausprobieren... doch der erste Eindruck enttäuschte mich bereits. Die wirklich sehr sehr kleine Räumlichkeit besteht aus gerade mal drei Mini-Tischen... mit Platz für schätzungsweise 10 Personen im ganzen (offensichtlich unklimatisierten) Lokal.
Zwar kann man sich aus dem reichhaltigen Maultaschenangebot (klassisch, Pilz-, Lachs- etc.) seine Favoriten raussuchen und mit diversen Beilagen oder Brühe kombinieren - aber wirklich Pfiffiges fehlt. Es gibt die altbekannten Klassiker - Innovatives gibt es aber nicht, der "Bürger-Meister" schafft es leider nicht, die weitreichenden Möglichkeiten der Maultasche auszuschöpfen. Das altbewährte kommt aber heiß und in einer guten Qualität daher - und wer sich dann abends noch etwas kochen möchte, kann dort auch gleich noch Bürger-Produkte einkaufen.

Fazit: bedingt empfehlenswert

Bürger-Meister
Kronprinzstr. 24
70173 Stuttgart (Mitte)

Mittwoch, 19. August 2009

Zurück in die Zukunft... Part II

So. Es ist geschehen. Heute habe ich meine Wohnung im beschaulichen Blausteiner Ortsteil Bermaringen zurückgegeben. Natürlich nicht, ohne vorher nochmal fünfmal wehmütig durchzulaufen. Wasserschaden mit Schimmel hin oder her. Genau wegen diesem ging doch nun alles viel zu schnell - und viel zu hektisch. Ich dachte nie, dass ich mal so übereilt die Türe meiner ersten eigenen Wohnung endgültig hinter mir schließen muss. Und so fuhr ich, nachdem ich schon 2km von meinen ehemaligen vier Wänden weg war, doch nochmal spontan zurück - auch wenn es nur daran lag, dass ich mein Handy auf dem Fenstersims hatte liegen lassen. Der zweite und diesmal wirklich letzte Abschied ging immerhin schneller. Und jetzt, nachdem die Schlüssel bei meinem Vermieter abgegeben sind, ich umgemeldet bin und alle Adressangaben geändert sind, bin ich wohl offiziell wieder Stuttgarter. Von diesem Moment an. Fühle ich mich so? Definitiv ja - ich war ja eigentlich nie ganz weg, beziehungsweise immer wieder hier. Mich wieder einzuleben wird also nicht lange dauern. Hätte ich es mir so gewünscht? Definitiv nein - ich wollte eigentlich weiterziehen, nach vorne blicken, neue Orte und neue Herausforderungen kennenlernen, frei sein. Dennoch ist Stuttgart die vernünftigste Alternative - hier ist mein Start Up angesiedelt, von hier aus kann ich nun in aller Ruhe meine weitere Zukunft planen - und wohin es mich dann verschlägt? Man wird sehen.

Zurückblickend wird Bermaringen immer ein schöner Teil meiner Vergangenheit bleiben - ich habe die Nachbarschaftlichkeit, die freundlichen Menschen, die Atmosphäre immer sehr genossen. Und alles war so beschaulich, so friedlich... dennoch war man mit dem Auto innerhalb von 15 Minuten in der Ulmer Innenstadt. Perfekter Ort zum Wohnen. Und so muss ich mich nun wieder an das Großstadtleben gewöhnen - und daran, dass der Bus alle 7 Minuten, statt alle ein bis zwei Stunden kommt.

Bye-bye Bermaringen und Bermaringer, machts gut!

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Hier bloggt Nicolai Fleckenstein aus Stuttgart - Marketingdienstleister, Shirtdesigner, Elektromusiker - interessiert am Leben und der Welt.

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